Das Nachfolgende ist ein Einblick in meine Welt: wie ich sie wahrnehme, lebe und gestalte.

Ich bewege mich oft durch die Welt wie durch einen lebendigen Film mit Tönen und Farben, mit Fantasie, mit Wort und Stimme. Schon als Kind spürte ich eine Kraft, die ich nicht verstand, aber die mich leitete: eine Fähigkeit, zu beobachten, zu entdecken – die Welt in all ihren Facetten wahrzunehmen. Schon früh liebte ich es, Bücher und Bilder anzuschauen und irgendwann auch erste Miniatur-Geschichten zu schreiben, was man heute als poetisch und psychologisch bezeichnen würde. Später entstanden dann auch Texte, die reflektierte und klarere Struktur zeigten. Lesen und Schreiben begleiten mich seit meiner Kindheit, haben mein Denken geformt und mir die Möglichkeit gegeben, meine Welt kreativ zu gestalten und zu verstehen. Erst kürzlich wurde mir durch das Essay “Das poetische Temperament” von dem Philosophen Malte Oppermann bewusst, dass ich selbst dieses poetische Temperament besitze – die Fähigkeit, die Lebendigkeit in der Welt wahrzunehmen, kreativ zu denken, ausgedrückt in meinem poetischen, philosophischen und äesthetischen Singen, Schreiben und Fotographieren.
Ich war früh fasziniert und berührt von der Welt aus Büchern, Filmen und Musik. Manche Disney-Filme und Animationsfilme aus den 60er/70er und 80er/90er Jahre waren dabei besonders prägend:
“Mary Poppins” (Film, Cartoon, 1964, Walt Disney Productions),
“Alice in Wonderland” (Film, Cartoon, 1951, Walt Disney Productions)
und “Anastasia” (Film, Cartoon, 1997, Fox Animation Studios)
Meine Liebe zu England und zur englischen Sprache begann mit dem Radio und dem Singen englischer Lieder und meinem unermüdlichen Willen, die Texte nach Gehör aufzuschreiben und dann zu singen. Während meines ersten Auslandsaufenthaltes in Lincoln (England) im Jahr 2004, hat sich meine Verbindung zur englischsprachigen Welt nur weiter verfestigt. Jahre später entschied ich mich für ein Anglistikstudium in Heidelberg und absolvierte zwei Auslandssemester in Bristol (England). Dort begegnete ich zufällig der Originalausgabe “Alice’s Adventures in Wonderland and Alice Through the Looking Glass” von Lewis Carroll. Obwohl das Buch unter Kinderliteratur fällt, ist mir schnell klar geworden, dass es gesellschaftliche Denkweisen überspitzt und absurd darstellt und philosophisch lesbar ist und deshalb auch für Erwachsene etwas bedeuten. Themen für Kinder sind oft auch noch – oder gerade erstrecht – Themen für Erwachsene. So ist die Identität des “Kindes” zentral für mein Leben, nicht nur wegen ihrer ehrlichen und verletzlichen Seite. Ihr Sinn für Kreativität durch das Spiel und ihre Offenheit für Neues sowie Andersartiges macht es für mich zum besseren Menschen. Ich erkenne in Kindern das Vermögen, Freude und Kraft zu erleben, bevor die Welt mit ihrem Guten und Schlechten auf sie hereinbricht. Hier reiht sich auch ein weiteres tief prägendes Gedichtband von William Blake ein: “Songs of Innocene and Songs of Experience”. Es ist das Herzstück meiner Bibliothek.
Später sollte ich durch mein Auslandsstudium wiederum unverhofft auf den für das England des 18. Jh. ersten Roman (ein Bildungs- und Schelmenroman) stoßen: “The History of Tom Jones, a Foundling” von Henry Fielding, der zum Thema meines Essays wird, (wenn dieses auch nur von äußerst kurzer Länge war: gerade mal 3 Seiten). Diese Erzählung eröffnete mir eine Welt, die zu meiner humanistischen, gesellschaftskritischen aber auch humorvollen Art passen.
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Bücher, Filme, Musik, meine eigene Vorstellungskraft und mein soziologisch-philosophisches Bewusstsein wirken zusammen wie ein goldener Faden, der mich formt. Ich verstehe die Welt als ein Zusammenspiel aus all diesen Facetten und gepaart mit etwas Mut soll es etwas in unserer Welt bewegen.