Untitled Love story (German)

Es ist, als müsste ich unsere Geschichte vor dem Vergessen bewahren. Die Geschichte von uns, die ohne Ende bleibt. Elf Jahre nachdem wir uns kennengelernt haben, bist du immer noch so präsent in meinem Leben, als würde es nicht stimmen, dass ich dich eigentlich nach den ersten paar Jahren schon nicht mehr wirklich gesehen habe. Damals, als wir uns kennengelernt haben, war die Welt so intensiv wie ich sie nie wieder erlebt habe. Du hattest mich bei einem Auftritt mit meiner damaligen Band spielen sehen, ich als Sängerin vorne. Ich kann mich im Nachhinein nur blass an dich erinnern. Der Auftritt war für mich schon aufregend genug. Irgendwann, ich glaube, du meintest ein paar Wochen später, hast du mich im Internet in einem dieser sozialen Netzwerke gefunden und angeschrieben. Ich erinnere mich noch an deine leicht übertriebene aber charmante Art, die ich so noch nie zuvor erlebt hatte. Du gingst wirklich gleich aufs Ganze und es war der Anfang eines Lebens, wie ich es mir tatsächlich nie hätte vorstellen können. Heute weiß ich, dass es das war. Das Leben geht nicht ewig und ewig war schon die Zeit, in der nichts mehr funktionieren wollte. In der nur noch Schweigen oder verletzende Worte die Regel waren.

Was war wann mit uns passiert? Das Gefühl der Leichtigkeit gab es bei uns in einer anderen Form: es war der Ausdruck von Stärke, den ich immer mit jemandem leben wollte. Stärker sein als das, was nicht gut ist. Du hast viel getan, während ich noch aus dem Gebiet des Krieges meiner ersten “Liebe” wieder aufstehen musste. Wie konnten sich diese zwei Welten in einem Augenblick treffen? Ich war noch nicht aus dem einen draußen, als du plötzlich da warst. Es hat so viel mit mir gemacht und es war mir damals alles zu viel. Es war mir auch zu viel, weil es mit dir in eine ganz andre Richtung gehen sollte und ich Angst vor diesem neuen, echten Leben hatte. Vielleicht auch, weil ich genau spürte, nicht zu wissen, wo ich war. Du hast mir keine Zeit gelassen, mir über alles klar zu werden und es hat dich gekränkt, dass ich mich nicht sofort für dich entschieden hatte. Aber du warst der wichtigste Mensch außerhalb meiner Familie und das konnte ich dir damals noch nicht sagen. Du warst immer zwei Schritte voraus, schon mitten in deinem Studium, das du mit vier Schritten gegangen bist. Ich konnte überhaupt nicht mit dir mithalten, mein Leben bestand nur aus dem Verarbeiten von Dingen, die ich nicht ändern konnte. Aber davon war nie die Rede. Du hast mich zu etwas gemacht, womit du mich dann bestraft hast. Ich verstehe, wieso. Aber ich verstehe nicht, wieso du nicht merken konntest, dass ich es ernst mit dir meinte, auch wenn ich Zeit für mich brauchte. Du hast dir immer die Zeit genommen für deine Arbeit, die deine Art war, Geschehenes zu verarbeiten. Und meine war es, die Dinge zu besprechen. Du wurdest genauso zu einem Thema wie alles andere, nur dass du nicht mehr aktiver Teil meines Lebens warst.

Ich versteh bis heute nicht, wie wir, obwohl wir in so vielen wichtigen Punkten übereinstimmten, nie zusammengefunden haben und zusammenbleiben konnten. Und ich halte es fast nicht aus, die Realität zu akzeptieren, dass wir bald die Zeit verpasst haben werden, die wir hätten haben können. Weil du noch nicht mal mehr hier bist.

Am Ende warst du nicht da, als ich dich gebraucht hätte. Du hast mich gebraucht für deine eigenen Zwecke.

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